Das Thema der Großen Praxis Grafikdesign war im Sommersemester 2018 „Identität“. Die Studentin Josefine Oppe beschäftigte sich in diesem Rahmen mit dem Alltagsleben von Frauen in den 50er Jahren. Entstanden ist das Projekt „Frauengold“, vier Hefte, die persönliche Geschichten von Zeitzeuginnen erzählen. Dafür wurden zunächst vier Frauen interviewt, die in den 50er Jahren im Kindheits- und jungen Erwachsenenalter waren. In den Interviews ging es darum, was sie gerne in ihrer Freizeit gemacht haben, ob sie gearbeitet haben, was sie gegessen haben, was für Mode und Musik in war und was sie als Frau damals durften und was nicht. Die Interviews wurden mit dem Handy aufgenommen und dann zunächst genau so abgetippt, wie die Frauen erzählt haben. Dann wurden Wiederholungen rausgenommen und teilweise die Satzstellung verändert, sodass die Texte besser lesbar wurden. Die Bearbeitung der Texte war sehr zeitaufwendig und wurde sensibel vorgenommen, damit die Authentizität erhalten blieb. Alle vier Frauen stellten Fotos von sich aus der Zeit zur Verfügung. Die Fotos wurden zusammen mit Werbeplakaten aus den 50er Jahren passend zum Inhalt des Textes in die Hefte eingefügt. Abbildungen finden sich immer auf der rechten Hälfte der Doppelseiten.

Das erste Burdamagazin ist 1949 erschienen. Die Zeitschrift enthält Schnittmuster, nach denen man zuhause selber nähen kann. Die Frauen erzählten alle, dass sie in der Zeit fast ausschließlich selbstgestrickte und selbstgehäkelte Klamotten trugen. Auf den Seiten, auf denen bei einem Buch normalerweise das Vorsatzpapier zu finden wäre, findet man in den vier Heften Ausschnitte von Schnittmustern. In den Heften finden sich zusätzlich Illustrationen aus dem Burdamagazin, die die Mode der Zeit zeigen.

Jedes Heft hat ein eigenes, individuelles Cover. Die vier Cover sind so unterschiedlich, wie es auch die vier Frauen sind. Zwei Cover sind Ausschnitte von Werbeplakaten und auf den beiden andern Covern sind Fotos der Frauen zu sehen.

Frauengold war in den 50er Jahren ein Stärkungsmittel, das an Frauen verkauft wurde. Dieses hatte jedoch 16 Prozent Alkohol.

Insgesamt hat es viel Spaß gemacht, den Frauen zuzuhören und für die Frauen und ihre Familien ist es schön, die Erinnerungen jetzt aufbereitet in der Hand halten zu können.

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