Koriander, Majoran, Chiliflocken, Knoblauchgranulat, Kreuzkümmel, Muskatnuss. Das alles habe ich heute in die HBK genommen, denn ich war wieder mal in der Mensa: Rindergulasch mit Rosenkohl.
Die ist ein bisschen, wie an der Börse zu handeln: Oft ein Glücksspiel, die Gewinnrate kann aber mit Verstand optimiert werden. Wer durch Erfahrung rausbekommen hat, welche Speisen so schmecken, als hätte der Produktentwickler von Frosta den Steckrübenwinter knapp überlebt, weiß, was er an der Essensausgabe zukünftig nicht mehr nehmen sollte.
Aber noch mal von vorn: Es ist sehr löblich, dass das Studentenwerk es geschafft hat, einen Ort einzurichten, wo Studenten halbwegs günstig Essen erstehen können. Dabei fallen allerdings einige Sachen hinten runter: Da das Essen allen Leuten schmecken muss, wird weitestgehend auf Geschmack ähh Gewürze verzichtet. Der Salzgehalt ist paradoxerweise so gewaltig, dass man sich Sorgen machen muss, ob die deutschen Autobahnen im nahenden Winter eisfrei gehalten werden können, und schwankt gerade beim Gemüse nicht wenig.
Wir sind Studenten an einer Kunsthochschule, und haben keine Tätigkeiten, die einfach stumpfes Abarbeiten fordern, sondern die Kreativität. Der Name der unsrigen Mensa, »Kantina Kreativa« geht sprachlich doch schon den richtigen Weg; denn ich finde, nur wer gutes Essen hat, kann auch gut arbeiten.
Was nun aber konkret tun? Ich werde regelmäßig dafür belächelt, dass ich langweiliges Essen nicht hinnehme und mir deswegen Gewürze mitbringe. Diese Reaktion ist schade, und dennoch sehe ich, dass viele Leute versuchen, ihr Essen mit den an der Essensausgabe hingestellten Gewürzen irgendwie aufzupeppen. Auf die dortige Pfeffermühle und die Currydose bin ich mindestens so stolz wie die Existenz der fantastischen Salatbar, die bitte niemals abgeschafft wird. Auch wenn Gewürze, beim richtigen Händler gekauft, im Prinzip spottbillig sind, weiß ich, es wird unmöglich sein, ein ganzes Gewürz-Alphabet hinzustellen; deswegen habe ich eine kleine Prioritätenliste erstellt, mit den Kräutern, die am meisten Wind in Mensagerichte bringen könnten. Das sind Korianderpulver, Majoran, Knoblauchgranulat, Muskatnuss.
Und irgendwas muss mit den Garkartoffeln gemacht werden. Anbieterwechsel, keine Ahnung, aber Kartoffeln sind das im Moment nicht. Es sei allerdings herzlich für die Petersilie gedankt, die das halbwegs retten kann.
Weiterhin kann ich noch sagen, dass ich Mensa-Aktionstage jeglicher Art sehr genossen habe; da sind mir insbesondere die Burger-Tage und die Chili-Woche sehr positiv im Kopf geblieben. Bitte auch zukünftig Neues ausprobieren!

„mensa“ kommt übrigens aus dem Lateinischen und heißt »Tisch« oder »Essen«. Ist es nicht interessant, das hingegen „mens“  »Verstand« und »Denkvermögen« bedeutet?

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