Wie kann sich ein Café anfühlen? Diese Fragestellung soll in Gideon Hojas aktueller Arbeit typografisch gefasst werden. Er schnappt sich das urdeutsche und ohne Bedeutungsverlust nur schwerlich übersetzbare Wort »Kaffeetafel«, setzt es in verschiedenen Schriftarten, und lässt über jeder einzelnen Anmutung seine Fantasie werkeln:

Wäre diese Schrift ein Café, ja wie wäre es denn dann? Wie sähe die Fassade aus? Was stünde an Außenmobiliar noch vor jener? Welchen Stil hätte die Inneneinrichtung – und welchen die Speisekarte? Was für Menschen fänden sich hier? Wie sähe die Bedienung aus? Liefe Musik im Hintergrund? Was gäbe es hier zu Essen – und schmeckte es denn auch gut?

Diese und noch mehr Fragen beantwortet er aus seinem persönlichen Gefühl heraus, um diesem typografischen Projekt einen synästhetischen Einschlag zu geben, der gleichwohl zu weiteren Gedankenspielen anregen, als auch generell die Wahrnehmung schärfen soll, für die in unserem Alltag allgegenwärtige Schrift, deren Form wir aufgrund ihres Überflusses zumeist nur unbewusst Bedeutung schenken.

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