Wie erfasst man einen Ort fotografisch, sodass das Foto eine Relevanz erhält? Wie bringt man ein Gefühl von einem Ort rüber? Dieser Frage ist Gideon Hoja in der großen Praxis Fotografie nachgegangen, und hat sich dafür einen sowohl komplett grauen als auch quietschbunten Ort ausgesucht: Studentenwohnheime. Ein Ort, an dem die Kulturen durcheinanderwirbeln, aber jeder auch irgendwie nur sein eigenes Ding dreht. Viele Menschen begegnen sich hier, und doch findet oft die Begegnung gar nicht statt: Hierzu wurden acht Bewohner dieses Wohnheims porträtiert, indem drei der Standardeinrichtungsgegenstände der Zimmer (Schreibtisch, Regal, Bett), sowie der Mülleimer und eine Rückansicht des Bewohners immer aus der gleichen Perspektive aufgenommen und zu Personenakten zusammengelegt wurden, die es sowohl ermöglichen, die Personen untereinander zu vergleichen, als auch die Personen für sich als Ganzes zu betrachten, um den Typus Mensch, der hier wohnt, zu erfassen. Herausgekommen ist ein Werk, welches voyeuristisch in den privaten Lebensraum eindringt, und scheinbar ein Bild dieser Person vermittelt, aber jedes Mal an der Rückansicht der Person scheitert.

 

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