In der großen Praxis Illustration entstand im letzten Wintersemester das Projekt »177!«, illustriert und umgesetzt von Julia Reichert. Die Studentin hat sich zum Ziel gesetzt, zu lernen, Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und Emotionen zu zeichnen. Der Fokus lag hierbei darauf, experimenteller und ohne Perfektionismus zu arbeiten. Umgesetzt wurde dieses Thema, indem sie sich vor den Spiegel setzte und sich von Woche zu Woche immer wieder selbst porträtiert hat.

Bei dem Prozess wurden verschiedene Materialien und Farben ausprobiert. »Für mich ist es wichtig, schnelles und genaues Illustrieren zu lernen. Ich wollte dem menschlichen Körper gerecht werden und verschiedene Methoden ausprobieren.« Die erste Zeit hat sie sehr intensiv vor dem Spiegel verbracht und sich beobachtet. Ihr fiel es nicht leicht, sich stundenlang genau anzugucken. Im Nachhinein sagt sie, dass es ein sehr wichtiger Prozess für sie war. Auch Alltagssituationen, wie zum Beispiel essen, schreien, gähnen, dehnen und vieles mehr wurden festgehalten. Verschiedene Perspektiven und Blickwinkel und einzelne Körperteile kamen auf das Blatt.

Die Herausforderung war es mit einem großen Pinsel und schwarzer Tinte zu arbeiten. Somit konnte der Perfektionismus abgelegt werden und das Experimentelle anfangen. Die spätere Aufgabenstellung war während des Zeichnens nicht mehr in den Spiegel zu schauen, um zu sehen, wie die Zeichnungen umgesetzt werden, ohne sich zu beobachten. Zu den wöchentlichen Aufgabenstellungen entstanden mehrere Bilder, die zu einem Buch zusammengestellt wurden.
Insgesamt entstanden 177 Selbstporträts.

Comments are closed.